Filmreif, Wandern, Feiern und Widmung

Juni 2026

01
Ferragudo goes Hollywood. Ende Mai kam das Filmteam der Netflix-Serie “Haus des Geldes” nach Ferragudo zu einem nächtlichen Dreh für weitere Folgen der internationalen Produktion. Zahlreiche Anwohner und Komparsen aus anderen Teilen der Algarve (insgesamt 400 Personen), sowie einige aus Lissabon angereiste Schauspieler bevölkerten den Hauptplatz und die Seitengässchen des Ortes; auch die Kirche, der Strand von Caneiros und der Leuchtturm ‘Ponta do Altar’ wurden zu Schauplätzen der Handlung. Die Film-Crew wählte Ferragudo als „einen der Orte, dessen Fischerei-Tradition, landschaftliche Lage und Verbindung zu Fluss und Meer” besonders charakteristisch seien. Für die Dreharbeiten wurden sogar einige Markisen und Werbetafeln der Restaurants am Largo Rainha D. Leonor entfernt, um eine unverfälscht portugiesische Kulisse zu schaffen. Insgesamt wird Ferragudo als Drehort für nationale und internationale Film-Produktionen immer beliebter.
02
In der Rangliste der beliebtesten Wanderwege und Wander-Regionen Europas des deutschen Trekking Magazins hat die Algarve den dritten Platz erreicht (davor liegen die Dolomiten und die Bretagne). Die landschaftliche Vielfalt, das ganzjährig milde Klima und weitflächig unberührte Natur begründen diese Bewertung. Die beiden Fernwanderwege ‘Rota Vicentina’ an der Westküste und ‘Via Algarviana’ von West nach Ost im Hinterland haben zur Popularität der Region auch abseits von Strand und Meer beigetragen. Wir empfehlen Ihnen einen Spaziergang, der Wasser und Berge miteinander verbindet: Am Unterlauf des Guadiana, der Grenze zwischen Spanien und Portugal, befindet sich die alte Burg (Castelo Velho) von Alcoutim, einen Kilometer nördlich der Stadt. Die Burgmauern gehen auf die Zeit der maurischen Besiedelung zurück: Der Ort hoch auf dem Berg bietet ein wunderbares Panorama über das Hinterland, den Fluss und bis zur Küste, man genießt die beeindruckende Stille und findet imposante Ruinen, die Rückschlüsse auf den Lebensalltag der Vorfahren erlauben.
03
Im Juni stehen in Portugal die „Santos Populares“ auf dem Kalender, so werden die Schutzpatrone der Städte bezeichnet. Diesen „Volksheiligen“, vor allem Antonius, Johannes und Petrus, sind bunte Umzüge und farbenprächtige Kostüme gewidmet. Die Menschen treffen sich unter bunten Papiergirlanden zu gegrillten Sardinen. Natürlich gibt es dazu viel Musik. Symbol dieser Feste ist ?Manjerico', Basilikum, auch königliches Kraut genannt. Es hat orientalische Ursprünge und kam vermutlich durch portugiesische Seefahrer aus Indien hierher. Dichtung und Folklore verbinden Basilikum mit der Liebe. Und die ist bekanntlich ein sensibles Pflänzchen – genau wie das Basilikum, dessen Duft keinesfalls durch Berühren oder gar Reiben der Blätter freigesetzt werden darf, darauf besteht man in Portugal: Die hohle Hand über das Pflanzen-Töpfchen zu halten genügt, um das Aroma auf die Haut zu bringen. Probieren Sie es aus!.
04
Am 8. Juni 1497 stachen in Lissabon drei Karavellen im Auftrag des portugiesischen Königs Manuel I. in See. Das Kommando über die Schiffe hatte der Kapitän zur See Vasco da Gama. 346 Tage später, am 20. Mai 1498, kam seine Flotte im indischen Calicut an. Die Entdeckung des Seewegs nach Indien ist der rote Faden durch das monumentale Epos ‘Os Lusíadas’, verfasst von Luís de Camões, Portugals Nationaldichter. Sein wahrscheinlicher Todestag, der 10. Juni 1580, wurde 1910, kurz nach dem Ende der Monarchie und der Ausrufung der ersten portugiesischen Republik, zum Nationalfeiertag und erhielt den Namen ‘Dia de Portugal’ – oder komplett: ‘Dia de Portugal, de Camões e das Comunidades Portuguesas’ – bis heute ein Feiertag, der keinem politischen Ereignis gewidmet ist, sondern einem Dichter und seinem poetischen Denkmal für die Geschichte der Seefahrer-Nation Portugal, die (in Camões’ Worten) „auf Meeren, nie zuvor befahren“ erkunden wollten, ob es noch mehr gab auf dem Globus als das, was bekannt war.