Der Januar hält einige feierliche Überraschungen bereit, die kurz nach Weihnachten die Traditionen der Zeit um die Jahreswende verlängern. Nicht nur zum Dreikönigstag, sondern praktisch in der gesamten ersten Monatshälfte ziehen schon seit dem Mittelalter die ‘Janeiras' durch die Ortschaften im Hinterland. Diese portugiesischen Sternsinger sind fast ausschließlich Erwachsene, die jahreszeitliche Lieder mit Begleitung traditioneller Instrumente wie Tamburin, Gitarre, Flöte, Triangel oder kleine Trommeln singen. Anderswo wird dazu der ‘madeiro' verbrannt, ein meist ziemlich gewaltiger Holzklotz. Die Menschen versammeln sich um das Feuer, rösten in ihm Kastanien und Schweinefleisch und singen. Ferner gehört der schon seit Dezember allgegenwärtige ‘Bolo Rei' dazu, ein reichlich mit kandierten Früchten dekorierter Hefekuchen.