Die Corona-Prävention hat auch die sommerlichen Traditionen erfasst und verändert: Dieses Jahr wird es weder Musikfestivals noch kulinarische Sommerfeste geben. Doch die Restaurants halten die gewohnte Speisevielfalt bereit, und zum Sommer gehören in der Algarve Sardinen, die überall frisch vom Grill serviert werden. Wie so vieles in der Region ist auch der kleine Fisch von einer Legende begleitet: Als die Christen im mittelalterlichen Silves auf eine Gelegenheit warteten, um die Mauren aus der Festung der alten Algarve-Hauptstadt zu vertreiben, flog eines Tages eine Möwe über die Burg und dabei fiel ihr die an der Küste gemachte Beute aus dem Schnabel – eine Sardine. Die landete vor den Füßen eines Mauren, der sie aufhob und kurzerhand mit einem Wurf über die Burgmauer entsorgte. Das Fischlein landete unten bei den Christen, die es als Zeichen dafür ansahen, dass die Mauren mit guter, frischer Nahrung versorgt seien und der Belagerung lange standhalten könnten. Diese Algarve-Legende erzählt nur das vorläufige Ende der Geschichte: 1249 besiegten die Christen die Mauren und die Sardine ist hier und heute die „Königin des Sommers“.