November bedeutet in der Algarve nicht selten Spätsommer. Der Herbst pausiert, warme Sonnenstrahlen kehren zurück im ‘Verão de São Martinho’, dem “Martinssommer”, eine Art fünfte Jahreszeit im Süden Portugals, hervorragend geeignet für Spaziergänge in den Wäldern des Hinterlandes oder am Strand: Im Herbst ist die Kraft der Wellen besonders eindrucksvoll und die salzige Luft klarer. Es gibt zahlreiche Geschichten zu diesem Jahresabschnitt rund um den Martinstag. Der heilige Martin gilt hierzulande als Schutzpatron der Schneider und die Legende dieses römischen Soldaten, dem im Jahr 337 an einem kalten, regnerischen Tag ein Bettler begegnete, hebt folglich in Portugal die Episode über den geteilten Mantel hervor, aber auch die himmlische Wetterfügung: In dem Moment, als der Römer dem Bettler seine Mantelhälfte zum Schutz vor der Kälte gab, soll der Sturm aufgehört haben, die Sonne schien erneut und wärmte die Erde. Martin ist in Portugal zudem Schutzheiliger der Ritter, Soldaten, Fischer, Bettler und Winzer, weshalb zum Martinstag traditionell der neue Wein des Jahres probiert wird: "No São Martinho, vai à adega e abre o vinho" (Am Martinstag geh’ in den Weinkeller und prüfe den Wein”) ist nur eines von zahlreichen Sprichwörtern.