Waldwege, Persönlichkeiten, Geschichten und Meer

Oktober 2025

01
Unser Ausflugstipp führt diesmal in das nördlich von Silves gelegene Waldgebiet ‘Herdade da Parra’ am Odelouca-Stausee. Das Gebiet wird vom Institut für Naturschutz verwaltet und präsentiert sich als Heimat von Rothirschen, Wildschweinen, Adlern, vielen Singvögeln, was beweist, dass dies ein Gebieten mit geringer menschlicher Intervention ist, wovon auch die immense Menge an Wildblumen profitiert. Einige Teile des Weges sind schwierig zu begehen, denn an manchen Stellen geht es Bergauf und bergab (Info: trilhodaparra.pt, dort findet sich auch eine Landkarte mit allen Zugangswegen). Fast überall, wo der Wanderer eine kleine Pause zum Durchatmen braucht, sind Aussichtspunkte und Sitzbänke installiert. Unterwegs trifft man auch auf PicknickPlätze. Die Wege durch das Waldgebiet sind gut befestigt und dabei weitgehend naturbelassen. Infotafeln weisen den Weg zu diversen Quellen, von denen es hier 17 Stück gibt.
02
Der 5. Oktober ist Feiertag in Portugal – in zweifacher Hinsicht: Im Jahr 1143 erhielt das Land an diesem Tag durch den Vertrag von Zamora die Unabhängigkeit von Spanien, und am 5.10.1910 stürzte die Monarchie. Am 31.10. wird in Deutschland der Reformationstag begangen, doch was viele nicht wissen: In Portugal lebte einer der glühendsten Verteidiger Martin Luthers: der Historiker und Diplomat Damião de Góis. Er kam 1502 in Alenquer bei Lissabon, als Sohn einer adeligen Familie flämischer Kaufleute zur Welt, die sich in Portugal niedergelassen hatte. Mit neun Jahren, im Zeitalter der großen Entdeckungen, kam er als Page an den Königshof und traf dort auf Seefahrer, Kartografen, Theologen, Dichter, Maler und Astronomen. Später beschloss der König, Góis auf eine diplomatische Reise durch den Norden Europas zu schicken. In Deutschland lernte er Philipp Melanchton und Martin Luther kennen, freundete sich mit ihnen an und verfasste, durch die beiden Reformatoren inspiriert, eigene Traktate, in denen Positionen er vertrat, die die Theologen am portugiesischen Hof empörten. Die Inquisition verbot Schriften von Góis und verurteilte ihn als “Ketzer, Lutheraner, eigensinnig und negativ” zu lebenslänglichem, verschärftem Arrest im Kloster von Batalha verbüßen, was später in Hausarrest umgewandelt wurde. Auf dem Weg dorthin starb Damião de Góis unter nie geklärten Umständen. Alfred Dürer hat ihn porträtiert.
03
In diesem Monat erscheint in 19 Sprachen (und Dialekten), auch auf Portugiesisch und auf Deutsch, das neueste Abenteuer von Asterix und Obelix. Die Gallier reisen darin in die antike römische Provinz Lusitanien, die in etwa mit dem heutigen Portugal übereinstimmt. Zentrale Figur ist ein ehemaliger lusitanischer Sklave, der vom Zaubertrank der Gallier gehört hat und sie um Hilfe bittet. Denn ebenso wie die Gallier bei sich daheim, leisteten auch die historischen Bewohner Lusitaniens unter der Führung des Feldherrn Viriatus heftigen Widerstand gegen die römische Besatzung. Der Comic liefert viele Bezüge zur Geschichte und Kultur Portugals und zu den Eigenheiten der Portugiesen. Das Titelblatt dieser 41. Asterix-Ausgabe gibt kleine Hinweise auf den Plot: Es zeigt eine pittoreske Gasse, die an die Altstadt von Lissabon erinnert, frische Fische sowie eine Galeere mit abgeknicktem Mast. Die Autoren versprechen “ein Album mit viel Licht und Sonne, mediterranem Klima und ein bisschen Urlaubsstimmung.”
04
Museen in Portimão, der Stadt am Ufer des Aradeflusses, die Ihrem Feriendomzil gegenüberliegt, dokumentieren in einer Dauerausstellung die Geschichte der Fischerei und zeigen außerdem in vielen anderen Schauen regelmäßig unbekannte Schätze der Region. So offenbaren UnterwasserFotografien einen Blick auf den Meeresboden, die den Reichtum des marinen Lebens erlebbar machen, die nicht nur die Betrachter der Bilder faszinieren, sondern auch als Anreiz für jene gelten, die diese Gegend an der Küste und im Unterlauf des Arade-Flusses als Taucher kennenlernen können. Die Ansichten der Schönheit des Meereslebens dienen auch der Dringlichkeit, das reichhaltige submarine Erbe zu schützen, das durch menschliche Eingriffe geschwächt werden.