Anstelle eines bestimmten Ausflugsortes empfehlen wir, in diesem Monat einfach mal Wege durch die Natur zu beschreiten. Achten Sie dabei auf Steine am Wegesrand, kniehoch zu Figuren aufgetürmt, ‘Mariolas’ werden sie hier genannt und haben in Portugal eigene Geschichten. Eine Legende über das ‘Cabo de São Vicente’ besagt, dass dort, wo die Steine zu kleinen Hügeln aufgehäuft wurden, jeder Stein einen der Soldaten darstelle, der 1574 am mystisch verklärten Marokko-Feldzug des Königs D. Sebastião teilnahm. So, wie der Volksglaube an die Rückkehr des in der Schlacht verschollenen Herrschers als Erlöser wartet, kehren angeblich Steine, die von diesen Figuren am Wegesrand entfernt werden, im Morgengrauen an ihren Ursprung zurück. In vegetationsarmen Gegenden, wie auf dem Foia oder am Cabo de São Vicente stellen die Figuren die höchste Erhebung über dem Boden dar und dienten einst als Wegweiser in der Einsamkeit der rauen Natur: Am Kap markierten sie den Rand der abschüssigen Klippen, die bei Nebel oft ebenso trügerisch aus der Sicht verschwanden, wie in der Serra der Weg zum nächsten Haus. Über Generationen hinweg hielten die Menschen die ‘mariolas’ als eine Art archaisches Verkehrszeichen instand. Die Männchen könnten einst in ihrer unterschiedlichen Gestalt bestimmte Hinweise gegeben oder Jagdzwecken gedient haben, als Landmarke das Wiederfinden von Vorratsstellen erleichtert oder als Markstein an ungewöhnliche Ereignisse erinnert haben.