Insel, Kulinarik und Kultur

März 2025

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Der Frühling lädt zu Ausflügen an Orte ein, die sich in dieser Jahreszeit noch still und verschlafen präsentieren. Dazu gehört die ‘Ilha de Faro’, eine schmale Landzunge mitten im Naturschutzgebiet ‘Ria Formosa’, die man bei gutem Wetter schon beim Landeanflug auf Faro erspäht. Die ‘Ilha de Faro’ ist eine von sechs Inseln der Algarve und gilt vielen als die schönste. Im Westen der Insel befindet sich eine kleine Siedlung, in er es auch einige besuchenswerte Cafés gibt. Und neben kleinen Ferienhäusern mit abwechslungsreicher Architektur bestimmen malerische Häuser von Muschelsammlern und Fischern die Landschaft. Dort, wo die Bebauung endet, erreicht man einen einsamen Strand, die Dünen und die sehr vielfältige heimische Vogelwelt die Landschaft dominieren, darunter nicht selten Schwärme von Flamingos. Man erreicht die ‘Ilha de Faro’ zwar auch mit dem Boot, aber die einst schmale, fast 70 Jahre alte einspurige Brücke wurde soeben durch ein 180 Meter langes, zweispuriges Viadukt ersetzt, dessen Silhouette den Wellen des Meeres nachempfunden ist und als architektonischer Hingucker gilt.
02
Auf der aktuellen Liste der Online-Plattform “Taste Atlas”, der als “Weltatlas des Geschmacks” Informationen für kulinarisch interessierte Weltenbummler anbietet und Beliebtheits- und Bestenlisten erstellt, erscheinen gleich vier Gerichte aus Portugal: Das Muschel-Gericht: ‘Amêijoas à Bulhão Pato’ steht auf Platz 18 der weltweiten Top 100, ein wenig weiter unten, auf Platz 39 findet sich ‘Carne Alentejana’ (Schweinefleisch mit Muscheln), der Grillhähnchen-Klassiker ‘Frango Piri Piri’ erreicht Platz 85 und der von der Insel Madeira stammende ‘Bolo do Caco’ (ein im Steinofen gebackenes Fladenbrot, oft auf der Basis von Süßkartoffelmehl) folgt auf Rang 86. In der Gesamtbetrachtung bewertet der “Taste Atlas” die portugiesische Küche als die fünftbeste der Welt. Auf den Plätzen Eins bis Vier stehen die griechische, die italienische, die mexikanische und die spanische Kulinarik.
03
Portugal ist nicht nur bei Touristen beliebt. Das Land war schon immer Anziehungspunkt für Ausländer, die aus höchst unterschiedlichen Gründen hierher kamen. Zum Tag der Frau in diesem Monat möchten wir eine deutschstämmige Literatin vorstellen: Ilse Losa. Am 20. März 1913 in Melle bei Osnabrück geboren, heiratete sie 1935 den Architekten Arménio Losa und lebte in Porto. Als Schriftstellerin sah sie das Wort als Brücke zwischen Deutschland und Portugal und machte die literarische Völkerverständigung zu ihrer Lebensaufgabe. Sie bewahrte den kulturellen und mentalen Hintergrund ihres Herkunftslandes, überwindet aber die Sprachbarriere und schrieb auf Portugiesisch. Ihre Romane liefern eine allgemeine Schilderung von Zeit und Milieu bei gleichzeitiger kritischer Betrachtung des Gastlandes. Ilse Losa machte dem portugiesischen Leser die deutschsprachige Literatur zugänglich, übersetzte u.a. Werke von Erich Kästner, Anna Seghers, Bertold Brecht, Thomas Mann, Heinrich Böll, Ingeborg Bachmann, Max Frisch und überträgt auch portugiesische Werke ins Deutsche und verfasste Kinderbücher. Über den Monat März schrieb sie, es schien, als sei „der Frühling in Portugal kein richtiger Frühling, sondern eher die üppige Verlängerung eines Winters voller Kamelien.“ Sie verstarb im Januar 2006.
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