Der 1. April heißt in Portugal ‘dia das mentiras' (Tag der Lügen). Die Sitte, sein Gegenüber auf den Holzweg zu führen, wird auch hier praktiziert, wobei man seinem Gegenüber gerne einen Spiegel vorhält, denn durch die Erkenntnis, einem Streich aufgesessen zu sein, erkennt man eigene Unzulänglichkeiten. Wie in der Geschichte, die an einem 1. April in Monchique passiert sein soll. Ein Anwohner wanderte früh am Morgen auf den Gipfel des Fóia. Dort traf er einen Urlauber aus Lissabon, der die Landschaft durch sein Fernglas betrachtete, das Panorama genoss und dabei vor allem die Qualität seines Feldstechers lobte. Mit betont städtischer Überlegenheit beschrieb er die Schönheiten, die er sah: Korkeichen, Zistrosen, Oliven. Das Meer bei Albufeira könne er sehen, die maurische Burg in Silves, ebenso die Westküste und sogar Lissabon, schwärmte der Reisende und fügte hinzu: “Ich sehe mein Haus! Meine Frau sitzt am Fenster und strickt.” Der Mann aus Monchique hatte von dem großmäuligen Städter längst genug, zudem war ihm das Tagesdatum eingefallen: Er bat den Fremden um das Fernglas, sah hindurch und entgegnete: “Ja, ich sehe Ihre Frau stricken! Ach... jetzt ist eine Masche gefallen...”.