Strand, Kultur und Salz

August 2023

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Unsere Empfehlung für eine Tagestour führt in diesem Monat weit nach Westen, an den Strand ‘Praia do Martinhal’ bei Sagres. Reine Natur und weitläufige, ruhige Strände fernab des sommerlichen Algarve-Trubels laden zu Spaziergängen und Erholung ein. Dabei sollte man sich von dem Gedanken begleiten lassen, dass diese Gegend eine uralte Geschichte hat: Schon der griechische Geograf Artemidor von Ephesos bereiste und beschrieb etwa um 100 v. Chr. die Südwestspitze der Iberischen Halbinsel und vorgelagerte „Fels-Inseln in Form von Schiffen“. In der Römerzeit blühte hier das Töpferhandwerk. Einige Brennöfen für Amphoren, die Fischern und Weinbauern der Antike als Behältnisse galten, wurden archäologisch gesichert. Auf den von Artemidor geschilderten unbewohnten Inseln gibt es Überreste von Tanks, in denen die Römer ihren Fischfang einsalzten und auf diese Weise sogar exportfähig machten. Seit dem Jahr 2000 ist dieser Küstenstreifen ein bevorzugtes Ziel von Meeresarchäologen: Sie suchen in dieser Bucht nach Überresten mittelalterlicher Schiffe, die hier gesunken sind. Wer diese Gegend besucht, wandelt also auf den Spuren nicht nur portugiesischer Geschichte.
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Ein paar Schritte von Ihrem Feriendomizil entfernt befindet sich die Hauptkirche von Ferragudo. Ihre Grundmauern stammen aus dem 16. Jahrhundert, nach Zerstörungen wurde sie wieder aufgebaut, allerdings nicht getreu der ursprünglichen Pläne. Eines allerdings ist die Kirche seit Anbeginn und bis heute: Ein heiliger Ort für die Fischer der Gegend. Sie kamen schon immer hierher, vor allem, um vor einer weiteren Fahrt in die Ungewissheit auf dem unberechenbaren Meer ein Gelübde abzulegen. Eines diese Ex-votos betrifft eine Begebenheit aus dem Jahr 1774, als Fischer sich trotz eines verheerenden Sturmes retten konnten. Sie stifteten ein einfaches, aber bedeutungsvolles Gemälde, um diese Rettung zu würdigen. Die kulturelle und religiöse Ausdrucksform des Ex-voto sind weltweit in unterschiedlichen geografischen und sozialen Kontexten verbreitet; in Portugal ist sie fast ausschließlich mit der Seefahrt verbunden. Da die meisten Seeleute arm waren und keine finanziellen Möglichkeiten hatten, große Maler zu engagieren, wandten sie sich an lokale Künstler, Amateure, die bereit waren, das jeweilige Gelübde zu verewigen. So sind diese Bilder gleichzeitig eine Würdigung an die lokalen Künstler.
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Wer jetzt durch die Algarve fährt, sieht an vielen Flussläufen die in der Sonne gleißend weißen Salinen. In diesen Salzgärten steht nun die Ernte an – und manchmal kann man dabei zuschauen. Die optische Synthese aus Salinen und der umgebenden Landschaft hat nicht nur einen farblich ungewöhnlich flimmernden Charme, sie erinnert auch an die Traditionen der Arbeitswelt in diesem Landstrich, als die Salzgewinnung neben der Fischerei natürlicher Reichtum und Einkommensquelle der Region war. Salz wird seit Menschengedenken durch Verdunstung des Meerwassers gewonnen, das Salz der Algarve gilt kulinarischen Sachverständigen als besonders wertvoll. Das Wort Salz, wie auch die portugiesische Entsprechung 'sal', basiert auf dem Indogermanischen, wo es "schmutziggrau" bedeutete, ein Begriff, der daher kommt, dass Salz in alter Zeit ungereinigt auf den Markt kam. Geduldige Beobachter sehen im Bereich der Salinen außerdem Flamingos, die das Salz benötigen, um die für sie charakteristische Gefiederfarbe zu bekommen.
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