Verständigung, Landschaft, Azulejos und Kunst

Mai 2023

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Bom dia! Como está? Ein freundlicher Gruß und die Frage, wie es dem Gegenüber geht, ist auf Portugiesisch leicht erlernbar und öffnet Türen. Portugiesisch steht auf Rang zehn der Liste der meistgesprochenen Sprachen der Welt mit rund 220 Millionen Muttersprachlern. Der Welttag der Portugiesischen Sprache, ein Aktionstag der UNESCO, ist der 5. Mai. Portugiesisch ist in Wortschatz, Ausdruck und Satzbau dem Lateinischen näher als Katalanisch und Kastilisch. Die Entwicklung des Portugiesischen als eigenständige Sprache ist König D.Dinis (1279–1325) zu verdanken, der Latein nicht mehr als Amtssprache nutzte und zudem im Mittelalter einer der bekanntesten Dichter in portugiesischer Sprache war. Durch Entdeckungsfahrten und Kolonisation erreichte die Sprache viele Länder, in denen sie bis heute gesprochen wird: Brasilien, Angola, Mosambik, Guinea Bissau, die Kapverdischen Inseln, São Tomé e Príncipe, die indische Region Goa, Osttimor und Macau.
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Unsere Empfehlung für eine Tagestour führt ins Hinterland der Algarve in die Gegend von Ameixial. Dem Namen nach ist der knapp 500 Einwohner zählende Ort ein „Garten voller Pflaumenbäume“. Ameixial liegt 426 Meter hoch und an allen Ecken verliert sich der Blick in der Weite der hügeligen Landschaft. Das Flüsschen ‘Ribeira do Vascão’ fließt in der Nähe und bildet die natürliche Grenze zum Alentejo. Besucher, darunter häufig Pilger auf dem Jakobsweg von Faro nach Santiago de Compostela, genießen die Gastfreundschaft der Anwohner, es gibt zudem eine Strecke für BMX-Radrennen, von der Amateure ebenso schwärmen wie erfahrene Crossfahrer. Der quirlige Bauernmarkt vor der Santo António-Kirche an jedem ersten Donnerstag ist Treffpunkt für die Menschen aus dem Umland und für Gäste, die hier ungewöhnliche Souvenirs finden können. Kleine, sehr gastliche Snack-Bars offerieren die typischen Speisen der Serra. Beliebte Fotomotive sind die pittoresken, gekalkten Häuser, deren Fenster und Türen mit Steinen eingefasst sind, die vor der Feldarbeit von Äckern geholt wurden. Für diesen Ausflug sollte man sich Zeit nehmen; es lohnt sich.
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Wer Portugal bereist, findet allerorten Azulejos, blau-weiße Fliesenbilder. Sie weisen nicht nur dekorative Muster auf, sondern stellen auch Szenen aus dem Alltag des Landes künstlerisch dar und geben einen Einblick in die Geschichte der portugiesischen Arbeitswelt. So findet man etwa ‘leiteiras’ (Milchmädchen), die ihre Ware (auch Butter und Käse) von Kleinbauern kauften und sie von Tür zu Tür brachten. In der Algarve war der Beruf noch in den 1970er Jahren verbreitet. Auch ‘ceifeiros’, die das Korn mähten und deren Beruf ausgestorben ist, finden sich auf Azulejos – ohne sie hätte es kein Brot gegeben. Ebenso sind andere Landarbeiter bei der Weinlese oder der Olivenernte abgebildet und ‘aguadeiros’, die frisches Wasser vom öffentlichen Brunnen in wohlhabende Haushalte brachten. Medizinberufe sind gleichfalls vertreten. Doch scheint bei Darstellungen einiger Berufe wie dem des Arztes eine größere Distanz zu bestehen als bei der Abbildung von Handwerkern, deren sozialer Hintergrund der Bevölkerung näher war. Eine besonders schöne Open-Air-Galerie solcher Fliesenbilder sieht man vor der Ortseinfahrt von Alcoutim in der Ost-Algarve.
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Große Kunst und große Museen erwartet man zumeist nur in Großstädten. Um dem entgegenzuwirken, haben jetzt landesweit einige Museen und Galerien ein Netzwerk gegründet, das Ausstellungsräume, Sammler, Kuratoren und bildende Künstler zusammenbringen möchte, um zeitgenössische portugiesische Kunst zu fördern und vielerorts erlebbar zu machen, da die Galerien ihre Werke untereinander tauschen und die Verbreitung der Exponate ausdehnen wollen. In der Algarve gehört die Kunstgalerie in den 350 Jahre alten Mauern des Klosters ‘Espírito ¬Santo’ in Loulé ebenso dazu wie die ‘Galeria Praça do Mar’ in Quarteira und das LAC – ‘Laboratório de Actividades Criativas’ in Lagos, untergebracht in einem ehemaligen Gefängnis. Diese drei Orte der Kunst in der Algarve sind immer einen Besuch wert.