Ausflug, Wein, Kunst und Kulinarik

September 2022

01
Meteorologisch ist nun Herbst, doch die Algarve ist bekannt dafür, den Sommer um ein paar Wochen zu verlängern. Unter diesen Bedingungen bietet sich ein Ausflug ins Hinterland an, zum Beispiel in den kleinen Ort Alte bei Loulé: Hier gibt es neben der malerischen Dorf-Gestaltung, einer hübschen Kirche mit Anfängen im 13. Jahrhundert, einem interessanten Museum der Landwirtschafts-Geschichte, einigen empfehlenswerten kleinen Cafés sowie Wanderwegen im grünen Umland auch Wasserfälle, in deren Nähe man sich beim Schwimmen erfrischen kann. Die Kaskade des Flüsschens ‘Ribeira de Alte’ stürzt aus 24 Metern in die Tiefe und endet in einem See, der einer Schale ähnelt. Einige historische Berichte besagen, es handele sich um einen künstlichen Wasserfall, der vor 350 Jahren geschaffen wurde, um das Wasser des Flüsschens zur Bewässerung der Obstplantagen dieser Gegend zu lenken, andere bekräftigen, die Kraft der Natur habe die bergige Gegend mit dem Wasserfall beschenkt.
02
Dieser Monat ist traditionell der Höhepunkt der Weinlese und auch die Stadt Lagoa gehört zu einem Anbaugebiet, das sich in den vergangenen Jahren einen Platz unter den empfehlenswerten Weinen erobert hat, nachdem die Rebenkultur im 20. Jahrhundert über Dekaden vernachlässigt worden war. Die Geschichte des portugiesischen Weins konzentriert sich vor allem im Ausland auf den Norden Portugals. Doch ein Schlüssel zur Entwicklung von Wein und Reben liegt auch in Lagoa. Schon seit der Zeit der arabischen Besiedelung und später in der Römerzeit wurden Reben gepflanzt, weil in den Sandböden kaum etwas anderes gedeihen konnte. Und als ab 1865 zunächst der Norden und später weitere Landesteile von einer Reblausplage heimgesucht wurden, retteten die Sandböden von Lagoa die nationale Weinkultur – der Schädling meidet Sandboden. So lieferte einst Lagoa Trauben und deren Erzeugnisse an den Douro. Nach alter Sitte, so heißt es in Lagos, soll der Konsum der edlen Tropfen drei Gläser nicht überschreiten: Das erste ist der Gesundheit gewidmet, das zweite gilt Liebe und Vergnügen und das dritte soll für guten Schlaf sorgen.
03
Auf der Ihrem Ferien-Domizil gegenüber liegenden Seite des Arade-Flusses, direkt am Ufer in Portimão, befindet sich eine Art Freilichtmuseum. Dort fällt eine Reihe von sehr unterschiedlichen Skulpturen auf, die von der Eisenbahnbrücke (die gerade 100 Jahre alt wurde) bis zum Yachtklub am südlichen Ende der Promenade reicht. Die Plastiken aus Marmor und anderem Gestein der Algarve und des Alentejo gehen auf eine Initiative des inzwischen weltweit arbeitenden Bildhauers Arlindo Arez aus Portimão zurück, der vor 20 Jahren begann, Workshop-Biennalen zu veranstalten und dazu Kollegen aus der ganzen Welt einlud. Sie alle haben die Inspirationen gestaltet, die Portimão und die Algarve in ihnen weckten – von der kopfüber ins Wasser springenden Badenixe bis hin zu abstrakten und geometrischen Formen, einige von ihnen mit einer Öffnung, die mit dem Licht spielt und neue Perspektiven aufzeigt.
04
Falls Sie Ihre Ferien von Mitte September bis Mitte Oktober in Ferragudo verbringen, sollten Sie die Gelegenheit nicht verpassen, das kulinarische Festival ‘Rota do Petisco’ zu erleben. Start der Gourmet-Reise durch die Algarve-Küche war im Jahr 2011, seither wurde das Event Kult: Die abwechslungsreiche Kulinarik der Region in der kreativen Interpretation der Küchenchefs wird in über 200 Restaurants, Bars und Café in der Algarve (auch einige in Ferragudo machen mit) als Häppchen zum kleinen Preis angeboten; man geht von Restaurant zu Restaurant und probiert diverse Speisen. Wer mitmachen möchte, erhält in den teilnehmenden Restaurants einen Pass, der als Eintrittskarte zu allen Gaststätten fungiert und gleichzeitig als Reiseführer durch die Gastronomie der Region und ihre Traditionen leitet und die eigenen kulinarischen Etappen nachvollziehbar macht. Mit den Einnahmen werden diverse soziale Projekte in der Region unterstützt.