Handwerk, Wandern, Städtebilder und Fußball

März 2020

01
Wer die Region bereist, sieht vor allem Sonne, Meer, gute Gastronomie und lokale Kultur. Kaum jemand weiß, dass die Algarve einmal landwirtschaftlich und industriell geprägt war. Um diese Vergangenheit wertzuschätzen, erschließen immer mehr Städte die ehemaligen Fabrikationsstätten museal. Gäste der Region sind eingeladen, Orte zu besichtigen, die abseits der Touristenrouten liegen. Dazu gehören unter anderem eine Korkfabrik in São Brás de Alportel, die Wege entlang der sogenannten Orangen-Route im Bezirk Silves, die neben einer Baumschule auch eine Saft-Fabrik sowie traditionelle Adegas und Tascas einschließt. Das prominenteste Beispiel ist aber das städtische Museum in Portimão, das 2008 in den Hallen einer alten Fischfabrik eröffnet wurde und seine ausführliche, multimediale Dauerausstellung diesem regional bedeutendsten Wirtschaftszweig gewidmet hat. Das Museum hat bereits zahlreiche internationale Auszeichnungen erhalten.
02
Wanderer kommen immer zahlreicher in die Algarve, weil sie hier exzellente Wege und Aussichten vorfinden, die aber nicht zum Tummelplatz für den Massen-Tourismus werden. Jetzt wurde die ‘Rota Vicentina’ an der Südwestküste der Algarve von der in Kassel beheimateten Europäischen Wandervereinigung (EWV) in die Reihe der ‘Leading Quality Trails – Best of Europe’ aufgenommen. Inspiriert vom deutschen Qualitäts-Siegel „Wanderbares Deutschland“, bestätigt die EWV unter anderem Bodenqualität, landschaftliche Schönheit, Sicherheit, Zugang zu touristischen Angeboten, Ausschilderung der Wege und Informationen für Wanderer. Die Wanderwege an der Costa Vicentina mit etwa 400 km Gesamtlänge, bestehend aus den historischen Wegen der Fischer und neu erschlossenen Strecken zwischen Santiago do Cacém und dem Cabo de São Vicente, sind in Westeuropa die ersten Strecken, die das EWV-Siegel erhalten.
03
Ein Verteilerkasten für die Stromversorgung ist meist ein grauer Klotz am Bürgersteig. Nicht so in der Algarve, wo sich in den vergangenen Jahren immer mehr Gemeinden entschlossen haben, die tristen Kästen als Stadtmöbel zu begreifen und sie Künstlern als Arbeitsfläche zu überlassen. Die Gestaltung ist meist nur an eine Auflage gebunden: Das Endergebnis muss thematisch etwas mit dem Ort und der Region zu tun haben. So tummeln sich auch in Lagoa Nixen und Fischer auf den Bildern, emblematische Gebäude der Ortsteile sind ebenso vertreten wie Portraits von lokalen Persönlichkeiten und regionaltypischen Berufen. So vermitteln die Verteilerkästen eine kleine Geschichtsstunde über Leben und Arbeiten in den Ortschaften.
04
Alljährlich im März ist die Algarve Schauplatz des Algarve Cup, oft als kleine WM im Frauenfußball bezeichnet. Seit der Gründung des Turniers 1994 hat sich der Wettbewerb einer Auswahl von Nationalmannschaften aus den ersten 15 Teams der Weltrangliste zu einem gut besuchten und beliebten Sport-Event entwickelt. Nach fünfjähriger Abwesenheit ist die Frauen-Mannschaft aus Deutschland (Weltrang-Listenplatz 2) diesmal wieder dabei, insgesamt zum zwölften Mal, und hofft, an die Erfolge der Jahre 2006, 2012 und 2014 anzuknüpfen, als sie den Sieger-Pokal mit nach Hause nehmen konnte. Für die DFB-Auswahl der Frauen beginnt mit dem Turnier die Länderspiel-Saison 2020. Gespielt wird vom 4.3. bis zum 11.3. in verschiedenen Stadien der Region.