Historie, Wahrzeichen, Würdigung und Sport

März 2022

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Jede Algarve-Reise führt irgendwann an die Südspitze des Kontinents, an das Kap São Vicente bei Sagres, wo der Reisende den atemberaubenden Eindruck von der Weite des Meeres, der Kraft der Wellen und der gewaltigen Küste erhält. Hier wirkte Heinrich der Seefahrer, der in diesem Monat vor 628 Jahren geboren wurde. Als Sohn des Königs D.João I. war Heinrich Gouverneur der Provinz Algarve und besaß das Monopol auf den Thunfischfang. Der Legende zufolge gründete er im Jahr 1419 in Sagres Europas erste Seefahrerschule, was Historiker bezweifeln: Seemännische Ausbildungsorte waren zu jener Zeit Lagos und Lissabon. Jedoch trug Heinrich der Seefahrer zur Erweiterung nautischer Kenntnisse bei, er plante, berechnete und gestaltete Erkundungs-Reisen und modernisierte die Flotte. In Sagres wurde die ersten Karavellen entworfen. Heinrich starb 1460 an diesem Ort und wurde zunächst in der Hauptkirche von Lagos bestattet, bevor seine Gebeine ins Kloster Batalha in Zentralportugal gebracht wurden.
02
In der Algarve gibt es viele regionale Wahrzeichen, so auch die Schornsteine, die wie Türmchen oder kleine Minarette mit auffälligen Spitzen gebaut sind, weiß oder manchmal bunt gestrichen. Sie scheinen auf die rund 500 Jahre maurischer Geschichte der Algarve zu verweisen. Doch ist es nur eine Legende, dass Araber nach der christlichen Rückeroberung als Schornsteine getarnte kleine Minarette auf ihre Dächer gesetzt und so ihre religiöse Symbolik ins christliche Portugal herübergerettet hätten. Tatsächlich ist der Ursprung dieses architektonischen Details nicht geklärt. Allerdings weiß man, dass die Schornsteine lange als Zeichen für den Wohlstand des Hausbesitzers galten: Je detailreicher und kunstvoller der Schornstein, desto aufwendiger und folglich teurer seine Herstellung. Somit war der Rauchabzug eine individuelle Signatur der traditionell gebauten, meist einheitlich weiß getünchten Häuser. Besonders in der kleinen Ortschaft Porches gibt es noch heute sehr viele sehenswerte Exemplare, deren ältestes im Jahr 1793 errichtet wurde.
03
Der Tag der Frau am 8.3. ist in Portugal kein Feiertag, doch es gibt überall Gelegenheiten, die Rolle der Frau in der portugiesischen Gesellschaft auch aus historischer Perspektive kennenzulernen, wie etwa im städtischen Museum von Portimão auf der Ihrem Ferien-Domizil gegenüberliegenden Seite des Arade-Flusses. Das Gebäude erinnert an die Epoche, als die Gegend vom Sardinenfang lebte, eine florierende Konserven-Industrie betrieb und dort ganze Familien beschäftigte. Während die Männer als Fischer auf See waren oder an Land Boote und Netze instand hielten, waren in der Fabrik ausschließlich Frauen tätig, die den Fisch von der Ankunft am Kai bis zur fertigen Konserve bearbeiteten. Morgens riefen Sirenentöne zur Arbeit. War der Fang spärlich ausgefallen, gab es nur für wenige Frauen Arbeit, die allerdings notwendig war, um die Familie zu ernähren. Der gesamte Tagesablauf der Frauen drehte sich um die Arbeit in der Sardinen-Fabrik. Entsprechend gab es dort auch Unterbringungs-Möglichkeiten für die Kinder. Das Museum bietet einen exzellenten Einblick den Alltag der Gegend vor der Einkehr des Tourismus.
04
Die Algarve ist eine Region des Sports – sowohl für Profis, die hier trainieren und für Zeitgenossen, die selbst eine Sportart ausüben, als auch für Zuschauer. Und die Saison startet jetzt: Gleich am ersten März-Wochenende ist der Nachbar-Badeort Praia da Rocha Austragungsort für eine portugiesische Surf-Meisterschaft; zudem gibt es von Tavira ausgehend, ein dreitägiges Mountainbike-Rennen ins Hinterland der Region. Ende April startet im ‘Autódromo Internacional do Algarve’ in Portimão der Motor-GP, die höchste Rennklasse der FIM-Motorrad-Weltmeisterschaft Straßenrennsports. Wer das Land lieber ohne Motoren erleben möchte, dem sei das Wanderfestival von Ameixial empfohlen, das durch eine äußerst reizvolle Landschaft im Hinterland von Loulé führt. Im Juni und im Juli versprechen Katamaran-Meisterschaften vor der Küste von Lagos spektakuläre Eindrücke. Im Oktober kehren die Motoren ins Autodrom zurück und der November gehört der Champions Tour der Springreiter, die in Vilamoura antreten.