Orangen, Legenden, Metropolen, und Natur

Januar 2022

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Wer in diesem Monat durch die Algarve fährt, sieht an vielen Straßen ambulante Händler, die Orangen verkaufen. Und zwar frisch geerntet, sonnengold und sehr saftig. Es lohnt sich, ein großes Netz mitzunehmen, die sich von Jahr zu Jahr höherer Beliebtheit erfreuen. Inzwischen sind die Zitrusfrüchte der Algarve als Marke mit geschützter geografischer Angabe anerkannt. Acht vor zehn Früchten werden übrigens in der Region selbst konsumiert: als Saft, als Zutat zahlreicher Gebäck-Rezepte, als Likör und natürlich einfach als Obst. Übrigens ist Portugal auch bei dieser Frucht einst Pionier gewesen: Die Bitterorange war zwar schon im 11. Jahrhundert in Italien bekannt, doch im 15. Jahrhundert brachten die portugiesischen Entdeckungs-Fahrer die süße Variante aus China nach Europa, wo sie sehr lange fast ausschließlich in Portugal angebaut wurden.“
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Bei einem Bummel durch die Algarve-Stadt Lagos fällt im Zentrum ein Denkmal auf, das seit seiner Errichtung in den 1970er Jahren für Diskussionen sorgt. Die Statue schein einen recht unscheinbaren Jungen zu zeigen; tatsächlich ist sie ein Monument für den sagenumwobenen König D.Sebastião I, dessen Geburtstag sich am 20.1. zum 468.Male jährt. Der Monarch starb tatsächlich im Alter von erst 24 Jahren in der Schlacht von Alcácer-Quibir, einer Stadt in Marokko, die Sebastião für sein Land als portugiesischen Stützpunkt erobern und von dort aus die Osmanen aus ganz Afrika vertreiben wollte, was jedoch vernichtend misslang. Er war entgegen allen Warnungen in den Krieg gezogen, doch gerade die Niederlage macht ihn bis heute unsterblich, denn was aus D.Sebastião wurde, ist nicht bekannt: Niemand sah den Tod des Königs. So festigte sich der Mythos von erfolgreicher Flucht und Überleben des Königs und das nostalgisch verklärte Warten der Portugiesen auf seine Rückkehr auf seinem weißen Pferd. Diese Sage fehlt in kaum einer Abhandlung über typisch portugiesische Wesensmerkmale.
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Die Algarve-Städte Silves, Albufeira und Loulé stehen vor der Anerkennung als Geo-Park der UNESCO. Auf einer Fläche von 1.381 km2 (nahezu ein Viertel der gesamten Region) konzentriert sich der ‘Geoparque Algarvensis' im Umland der genannten Städte auf die beeindruckende geologische Geschichte der Algarve sowie ihre Flora und Fauna, auf 350 Mio. Jahre regionaler Erdgeschichte und 20 Mio. Jahre menschlicher Besiedelung. Gleichzeitig trägt der geografisch abgegrenzte Geopark dazu bei, wenig bekannten Orten eine neue Rolle zuzuteilen, sie neu zu beleben und im Sinne des Naturschutzes sowie als nachhaltiger Erholungs- und Wohnort zu entwickeln. Bereits jetzt bestehen umfangreiche Angebote für Wanderungen, Entdeckungs-Spazierwege und Sport in der Natur. Die Idee zur Schaffung eines Geoparks entstand, als Archäologen in den Jahren 2010 und 2011 in der Nähe von Loulé fossile Überreste eines rund 220 Millionen Jahren alten Vorläufers des Salamanders freilegten, der zu Lebzeiten ca. zwei Meter lang gewesen sein muss und als 'Metoposaurus algarvensis' benannt wurde.
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